| Aus der Chronik des
1.BSC Birkesdorf
Aus dem reichhaltigen Potential an Billardspielern, welche
sich in vielen wilden Zusammenrottungen ihrem Freizeitvergnügen
widmeten, kamen in der Gaststätte Jägerhof am 13. Juli 1953
sechzehn billardeifrige Männer zusammen, um ihr Hobby als Sport
in einem ordentlichen Sportverein auszuüben. Um der Tatsache, in
Birkesdorf als Erste organisiert
Billard zu spielen Nachdruck zu verleihen, setzte man dem Namen
eine nicht zu übersehende Eins
vorneweg. Fortan zeigte sich auf dem kreisdürener Billardparkett
der 1. BSC Birkesdorf 53 und nahm von Beginn an am
Spielbetrieb teil.
Von den 16 Gründungsmitgliedern sind mir, der ich 1968
dem Club beitrat, aktiv spielende Billardfreunde wie Josef Ahns,
Josef Maubach, Toni Thelen, Peter Hüls und Matthias Richarz in guter
Erinnerung, wobei letzterer, der gute Sonnei, als Wirt des Jägerhofs
eine ganz besondere Rolle im Vereinsleben einnehmen sollte. Aus
den existierenden Versammlungsprotokollen kann man entnehmen, dass
gleich nach der Gründung mit Freude um Billardehren gewetteifert
wurde. Erfahrene Spieler wie der Hovener Lehrer Buddatsch
schlossen sich dem Verein an. Im 1.BSC wurde Geselligkeit
gepflegt.
Einen enormen Aufschwung erlebten die Birkesdorfer Ende
der 50er mit den Zugängen jüngerer Spieler wie Josef Glasmacher
und Bernd Hamacher. Sie belebten das Vereinsgeschehen nicht nur in
sportlicher Hinsicht, sondern auch aus geselliger
Betrachtungsweise. Schon nach kurzer Zeit las man in der
Lokalpresse von Erfolgen Birkesdorfer Billardspieler. Oft hörte
man im Dorf von unglaublichen Höchstserien und der
Wahrheitsgehalt solcher Sensationsdepeschen gewann, wenn Sonnei
als Informationsquelle angegeben wurde, enorm an Qualität.
Etwas später schon machten neue Talente auf sich
aufmerksam. Klaus Nagel und Herbert Becker spielten hoffnungsvolle
Partien, wobei letzterer innerhalb kürzester Zeit in den Kreis
der Spitzenspieler auf Kreis- und Landesebene aufstieg. Er war
ebenfalls einer der ersten, der im internationalen Vergleich den
BSC Birkesdorf repräsentierte. In diesen Jahren standen die
Zeitungen voll mit Meldungen über Erfolge unserer Sportler, wie im
Allgemeinen dem Billardsport größere Beachtung als heute zukam.
Bis zum Jahr 1966 leitete Josef Ahns die Geschicke des
Clubs mit kurzzeitiger Ablösung durch Hans Buddatsch. Danach übernahm
mit Bernd Hamacher ein junger Mann das Ruder und sollte das Amt
des 1.Vorsitzenden ohne Unterbrechung für die nächsten 35 Jahre
inne haben.
In den kommenden Jahren knüpften die
Birkesdorfer
Billardfreunde Kontakte zu den Andernacher „7 Aufrechten“ und
dem „BC Prinzess Paola“, der in der Belgischen Kaserne in Köln
beheimatet war. Darüber hinaus besuchte man nationale und
internationale Meisterschaften bis ins benachbarte Ausland.
Der Club gewann durch die Präsenz im Jägerhof, welcher
„Heimat“ für die unterschiedlichsten Vereine war, zwangsläufig Beachtung in der Birkesdorfer Bevölkerung. Man
trainierte und kämpfte sozusagen ständig vor Birkesdorfer
Publikum. Das gliederte uns zwangsläufig in die Birkesdorfer
Vereinslandschaft ein. Ein uns damals unbewusster Vorteil, welcher
uns Öffentlichkeitsarbeit fast gänzlich abnahm. Andererseits war
es für unsere Gast-Mannschaften nicht einfach, in diesem gut
besuchten Lokal die nötige Ruhe zum Spiel zu finden. Fanden Fußballspiele
statt, lief der Fernseher heiß und traten die Kölner FC-Kicker
an, fand das ganze Spiel an der Theke in Form einer verbalen
Wiederholung statt. Ob Kreis- oder Landesmeisterschaft – da gab
es manche heiße Diskussion.
In den letzten Jahren im Jägerhof ließ der Besuch der
Clubabende rapide nach und man muss sagen, dass Bernd Hamacher mit
einigen Wenigen zusammengehalten hat, was noch zusammenzuhalten
war. Zeitweilig, Matthias Richarz war zwischenzeitlich in den
Ruhestand getreten, war das Restaurant über Wochen und Monate
geschlossen. Als dann im Jahre 1998 die Schließung des Lokals
abzusehen war, begannen Bernd Hamacher und ich, nach geeigneten,
besseren Alternativen zu suchen.
Auf Empfehlung unseres Bezirksausschussvorsitzenden Peter
Koschorreck nahmen wir Kontakt zum Evangelischen Gemeindezentrum
in Birkesdorf auf. Diese stellte uns einen Raum zur Verfügung und
Pfarrer Günter Pilger machte es uns sehr leicht, in die
bestehende Gemeinschaft der unterschiedlichsten Gruppen
aufgenommen zu werden. Wir sind zwar ein eigenständiger Verein,
nehmen aber die verschiedensten Aufgaben im Hause gerne mit wahr.
Wir fühlen uns dort sehr wohl.
Begonnen haben wir den Spielbetrieb in der neuen Sportstätte
im darauf folgenden Jahr mit 3 kleinen Turnierbillards sowie 1 großen
Tisch. Bei der feierlichen Einweihung sagte der Vorsitzende des
Billardkreisverbandes Düren, Berthold Becker, dass ihm ein Stein
vom Herzen gefallen wäre und Birkesdorf, dass bislang das
Sorgenkind bei der Vergabe von Meisterschaften gewesen war nun mit
einer prächtigen Turnierstätte zur Verfügung stehe.
Dies Alles wäre undenkbar gewesen ohne den Einsatz fast
aller Birkesdorfer Billardfreunde, die unermüdlich in vielen
Arbeitsstunden gewerkelt, gemalert, transportiert und organisiert
haben. Das Alles wäre aber auch unmöglich gewesen ohne die
Unterstützung aus den öffentlichen Institutionen wie Kreis,
Stadt, Sparkasse und Firmen, die uns finanziell kräftig und nach
ihren Möglichkeiten unter die Arme gegriffen haben.
Am 31.8.2001 trat Bernd Hamacher als 1.Vorsitzender zurück.
Als Nachfolger wurde ich gewählt und bin bis heute als
1.Vorsitzender im Amt. Während meiner Amtszeit habe ich mich bemüht,
den sportlichen Wünschen unserer Spieler nachzukommen und im
Jahre 2002 installierten wir ein weiteres Grosses Billard. Damit
hatten und haben wir die Chance, Ausrichter für Wettbewerbe auf Bundesebene
zu werden. Vier unserer Dreibandspieler, nämlich Waldemar Filusch,
Nico Theodorou, Heinz Niesen und Walter Marx nahmen an der
Deutschen Pokal-Mannschaftsmeisterschaft teil. Es wurde für uns
Birkesdorfer ein unvergessenes Erlebnis, als nach dem
Titelverteidiger „Horster Eck“ in der zweiten Runde mit
Feldmark 34 zwei absolute Spitzenmannschaften ausgeschaltet
wurden. Unsere Jungs spielten in der Endrunde unter den letzten 8
Clubs und unterlagen dort dem BC Hilden in der ersten Runde. Nicht
auszudenken, wenn wir dort erfolgreich gewesen wären. Wir alle
haben uns aber sehr über den unerwarteten Erfolg gefreut. Auf der
Homepage der Deutschen Billard-Union stand in großen Lettern
„ Wahnsinn – wer ist Birkesdorf?“......
Im Jahre 2003 haben wir unsere Sportstätte umgebaut und
einen weiteren, kleinen Billardtisch aufgestellt. Damit ist der
Club in der Lage, in fast allen Disziplinen Veranstaltungen auf
Bundesebene durchzuführen und es ist erstrebenswert, dies in
naher Zukunft auch zu verwirklichen.
Birkesdorf, den 28.September 2005
Fred Prescher ( 1.Vorsitzender )
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